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Da Most ghert kost - aber richtig!

| Kultur & Brauchtum
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Viele Landjugendgruppen stecken gerade in den Vorbereitungen für ihre Mostkost. Neben den allgemeinen veranstaltungsgesetzlichen Vorschriften, sollte man für so eine Brauchtumsveranstaltung noch weitere Dinge berücksichtigen. Wir haben uns ein paar Gedanken dazu gemacht und möchten die wichtigsten Tipps und Anhaltspunkte für eine gelungene, traditionelle Mostkost liefern.

Brauchtum, Genuss und Gesellschaft im Mittelpunkt

Eine Mostkost ist weit mehr als eine reine Verkostung – sie ist ein gesellschaftlicher Höhepunkt im ländlichen Jahreskreis. Besonders in Oberösterreich hat sich die Mostkost als fixer Bestandteil des Vereins- und Dorflebens etabliert. Wer eine Veranstaltung mit authentischem Charakter organisieren möchte, sollte neben dem Most selbst vor allem auf Regionalität, Zusammenarbeit und eine stimmige Atmosphäre achten.


 

Kooperation mit der Ortsbauernschaft & Ortsbäuerinnen

Die Zusammenarbeit mit der Ortsbauernschaft und den Ortsbäuerinnen bietet sich für eine traditionelle Mostkost perfekt an. Folgende Vorteile kann die Kooperation mit sich bringen:

  • Unterstützung bei der Organisation
  • Mithilfe bei Auf- und Abbau
  • Teilung von Aufgabenbereichen (Beispiel: Ortsbauern schenken aus, Ortsbäuerinnen kümmern sich um Verpflegung, Landjugend kellnert)
  • Verschiedene Altersgruppen und Erfahrungswerte locken unterschiedliches Publikum an
  • Vermittlung regionaler Mostproduzent:innen

Durch die Einbindung der bäuerlichen Gemeinschaft gewinnt die Mostkost an Authentizität und regionaler Verankerung.


 

Qualität professionell bewerten

Die Verkostung bildet das fachliche Herzstück der Mostkost. Die eingereichten Moste und Säfte werden anonymisiert und in Kategorien (Apfel-, Birnen-, Mischmoste bzw. Säfte) eingeteilt. Eine Vorverkostung durch einen fachkundigen Mostsommelier scheidet fehlerhafte Proben aus und ordnet die Produkte nach Geschmackstypen wie mild, halbmild, kräftig oder resch.

Die Jury arbeitet verdeckt und wird vorab eingeschult. Bewertet wird nach dem 20-Punkte-Schema (Aussehen, Geruch, Geschmack, Harmonie). Produkte ab 13 Punkten gelten als fehlerfrei, ab 16 Punkten werden Bronze, Silber und Gold vergeben.

Ergänzend kann eine Publikumsverkostung stattfinden, bei der Besucher ihre Favoriten küren. So verbindet die Mostkost fachliche Qualitätssicherung mit erlebbarer Genusskultur.

Den Leitfaden der Landwirtschaftskammer OÖ für die oberösterreichische Most- und Saftkost kannst du dir hier ansehen:

Die oberösterreichische Most- und Saftkost

Mostkosten, die nach diesem Leitfaden arbeiten, können Werbematerial, Malunterlagen für Kinder und Urkunden für die Mostproduzenten im Referat Direktvermarktung anfordern: direktvermarktung(at)lk-ooe.at

Hier kommst du zu weiteren Infos der Landwirtschaftskammer: Start der traditionellen Mostkosten


 

Rahmenprogramm lebendig gestalten

Eine gelungene Mostkost lebt von musikalischer und kultureller Umrahmung.

Musikalische Gestaltung

  • Zünftige Tanzlmusi oder Frühschoppenmusi sorgen für gesellige Stimmung
  • Die örtliche Musikkapelle verleiht der Veranstaltung einen offiziellen, festlichen Charakter

Mostprämierung

  • Die bei der Mostverkostung prämierten Moste sollten auf der Bühne vor den Vorhang geholt werden. Als Dank und Anerkennung ist es angebracht, den Produzent:innen ein kleines Dankeschön und die Urkunde zu überreichen.

Brauchtum und Unterhaltung

  • Volkstanzgruppen oder „Plattler“-Einlagen bringen gelebtes Brauchtum auf die Bühne.

Kinderprogramm

  • Ein Kinderprogramm (Bastelstation, kleine Spiele, eventuell eine Hüpfburg im Freien) macht die Veranstaltung familienfreundlich.

Typischerweise ist der Dresscode Tracht - achtet auf das auch beim Personal! Eine gute Mischung aus Tradition und Unterhaltung sorgt dafür, dass sich alle Generationen angesprochen fühlen.


 

Most im Mittelpunkt

Im Zentrum des Getränkeangebots steht selbstverständlich der Most – ergänzt durch Säfte aus der Region. Verschiedene prämierte Apfel- und Birnenmoste sorgen für geschmackliche Vielfalt.

Regionale Schnäpse ergänzen die Getränkekarte und werden gerne nach dem Essen konsumiert. Man könnte beispielsweise mit einer Schnapsauswahl von Tisch zu Tisch gehen und diese anbieten.

Moderne Variationen von Most kommen gerade bei den Jungen gut an: Sei es ein Most-Hugo (gespritzter Most mit Holundersirup) oder eine Most-Bowle mit saisonalen Früchten.


 

Regionale Hausmannskost als Herzstück

Die kulinarische Gestaltung trägt wesentlich zur Qualität der Veranstaltung bei. Im Mittelpunkt steht bodenständige, regionale Hausmannskost und regionale Spezialitäten. Belegte Brote mit selbstgemachten Aufstrichen, Bretljause, Schweinsbraten, Knödel, Schnitzel, vegetarische Alternativen und vieles mehr macht sich gut auf der Speisekarte. Herkunftskennzeichnung verspricht Qualität und Transparenz.

Typische Spezialitäten wie Pofesen, Bauernkrapfen und hausgemachte Torten und Kuchen sorgen für eine authentische Note. Dazu wird traditionell Kaffee serviert – ideal für den gemütlichen Ausklang oder den Nachmittagsteil der Veranstaltung.

Wichtig ist dabei: Qualität vor Quantität. Lieber ein überschaubares, dafür hochwertiges Angebot mit klarer regionaler Handschrift.


 

Mit Liebe zum Detail dekorieren

Die passende Dekoration unterstreicht den traditionellen Charakter der Mostkost. Bewährt haben sich:

  • Blumenschmuck mit regionalen Blumen
  • Alte Wagnradln als Blickfang
  • Heugabeln und bäuerliche Gerätschaften
  • Müllibitschn oder geflochtene Körbe
  • Dezente Tischdeko

Natürliche Materialien, Holz, Leinen und dezente Farben erzeugen eine warme, einladende Stimmung. Wichtig ist, dass die Dekoration authentisch wirkt und nicht künstlich inszeniert erscheint.


 

Ein Fest der Gemeinschaft

Eine traditionelle Mostkost ist ein Fest der Gemeinschaft, der Regionalität und des Brauchtums. Mit regionaler Küche, klarer Fokussierung auf den Most, enger Zusammenarbeit mit der Ortsbauernschaft und einem lebendigen Rahmenprogramm entsteht eine Veranstaltung, die Tradition nicht nur zeigt, sondern lebt.

Wer sorgfältig plant und die regionale Identität in den Mittelpunkt stellt, schafft ein Fest, das Gäste wie Produzent:innen gleichermaßen begeistert.

Eine Mostkost sollte Alt und Jung anlocken: Von Kinderprogramm bis zu barrierefreien Gelände sollten alle Gäste in gemütlicher und geselliger Atmosphäre verweilen können.


 

Übersicht über Mostkosten in OÖ

Termine der Mostkosten in OÖ


 

“G'sundheit - sollst leb'n!”

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